Pausenabzug und Zulagen / Zuschläge

Jeder automatisierte Pausenabzug, der nicht auf festgelegten Pausenzeiten basiert, kann „Ungerechtigkeiten“ verursachen, wenn am betroffenen Tag auch Zulagen und/oder Zuschläge zu berechnen sind. Obwohl automatische Pausenabzüge mit hoher „Zielgenauigkeit“ konfiguriert werden können, kann immer einmal ein Fall auftreten, in dem solche Regelwerke knapp an der Realität „vorbeischätzen“.

Wenn z.B. variable Pausenabzüge basierend auf dem Arbeitszeitgesetz eingerichtet sind, und die Überschreitung der zulässigen Arbeitszeit bei einer Tätigkeit festgestellt wird, die in die Nachtstunden hineinreicht, kann es passieren, dass dem Mitarbeiter dadurch für die abgezogene Pausenzeit die Nachtzuschläge verloren gehen. Das kann auch auftreten, wenn z.B. Schmutzzulagen per Tätigkeit –nicht für Teilzeiten, die vom Mitarbeiter selbst eingegeben werden– gezahlt werden sollen.

Was tun, wenn solche Fälle auftreten?

  • Wenden Sie sich an unseren Support. Oft kann das Auftreten solcher Ausnahmefälle durch Konfigurationsänderungen dauerhaft vermindert, oder sogar abgestellt werden.
  • Teilen Sie den betroffenen Arbeitszeitabschnitt in der Ereignisbearbeitung auf. Eine Tätigkeit von 18:00:00 Arbeitsbeginn Baustelle bis 23:00:00 Rückfahrt zur Firma über 5.0 Stunden kann durch das Nacherfassen einer Pause gesplittet werden:
    • 18:00:00 Arbeitsbeginn Baustelle (ab hier 2 Stunden Arbeitszeit)
    • 19:59:59 Arbeitspause (ab hier unbezahlte Pausenzeit)
    • 20:00:00 Weiterarbeiten (ab hier 3 Stunden Arbeitszeit mit Zuschlag)
    • 23:00:00 Rückfahrt zur Firma (ab hier Fahrtzeit)
    Anstatt eine Sekunde Pausenzeit zu erfassen, was zum automatischen Abzug der zutreffenden Pausenzeit im ersten Abschnitt führt, kann natürlich auch die tatsächliche Pausenzeit verwendet werden, was den automatischen Pausenabzug für diese Schicht (diesen Arbeitstag) aussetzt. Die Splittung muss natürlich nicht genau zu Beginn der zuschlagsbehafteten Zeit erfolgen, eine Trennung der Tätigkeit in zwei Abschnitte um 19:00 oder 18:45 ist genauso wirksam.
  • Das zu bevorzugende Vorgehen ist allerdings, die Mitarbeiter die tatsächlich genommenen Pausenzeiten selbst erfassen zu lassen. So können „Ungerechtigkeiten“ bei Zulagen- und Zuschlagsberechnungen sowie andere „Realitätsverluste“ zuverlässig ausgeschlossen werden.

Grundsätzliche Empfehlung: Insbesondere wenn Mitarbeiter (häufig) an einem Tag für mehrere Projekte arbeiten, empfehlen wir dringend die tatsächlichen Pausenzeiten von den Mitarbeitern selbst erfassen zu lassen. Die Datenqualität und Abrechnungspräzision ist dann viel höher, selbst wenn noch kleine Differenzen zu den festgelegten Pausenzeiten automatisch abgezogen werden.