Mindestlohn

Der Mindestlohn gilt
und mit ihm die Verpflichtung zur Zeiterfassung

Seit dem 1. Januar 2015 sind viele weitere Unternehmen dazu verpflichtet, Aufzeichnungen über die Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten zu erstellen und aufzubewahren. So sind auch die Arbeitszeiten der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse zu erfassen, auch viele andere betriebliche Regelungen befreien nicht mehr von der Zeiterfassung.

Auf Verlangen müssen Unternehmen den Aufsichtsbehörden die Aufzeichnungen vorlegen – auch am Arbeitsort, also beispielsweise auf der Baustelle.

Mit der virtic Zeitwirtschaft erfüllen Sie alle Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten. Zudem können Sie die Arbeitszeitaufzeichnungen jederzeit vorlegen – selbstverständlich auch unterwegs und auf der Baustelle.

Und weil virtic vollständig webbasiert ist, benötigen Sie nur Handys oder Smartphones für die Zeiterfassung und einen PC für das Office.

Änderungen durch das Mindestlohngesetz

Weitere Branchen

Bislang bestand die Verpflichtung zur Erfassung von Arbeitszeiten (mit Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit) nur für ausgewählte Branchen gemäß Arbeitnehmerentsendesetz und für Einsatzbetriebe von Zeitarbeitern (Entleihfirmen).
Ab 2015 sind alle Branchen, die in §2a des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes genannt werden, dazu verpflichtet, die Arbeitszeiten (mit Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit) aufzuzeichnen. Außerdem müssen geringfügig und kurzfristig Beschäftigte gem. §8 Abs. 1 SGB IV ihre Arbeitszeiten in gleicher Weise erfassen.

Verstetigter Lohn

Die Arbeitszeiten müssen auch von solchen Arbeitnehmern aufgezeichnet werden, die verstetigten Monatsarbeitslohn erhalten, also einen monatlich gleichen Bruttolohn - unabhängig von der Anzahl der geleisteten Stunden - wenn durch diese Lohnzahlung in einzelnen Monaten der Mindestlohn unterschritten wird.
Bei verstetigtem Jahresarbeitslohn ist ein Jahresarbeitszeitkonto zu führen.
Die Dokumentationspflicht gilt nicht für Beschäftigte, die regelmäßig monatlich mehr als 2.958 Euro verdienen.

Uhrzeiten aufzeichnen

Es genügt nicht mehr, nur die Anzahl der geleisteten Stunden aufzuzeichnen. Es ist nun Beginn und Ende der Tätigkeit sowie die Dauer anzugeben. Auch Pausenzeiten, Überstunden und Fehlzeiten, z.B. durch Urlaub und Krankheit sind zu erfassen.

2 Jahre aufbewahren

Alle Aufzeichnungen müssen für zwei Jahre aufgewahrt werden.

Aufbewahrung auch am Arbeitsort

Auf Verlangen der Prüfbehörde müssen die Aufzeichnungen auch am Arbeitsort, also z.B. auf der Baustelle, vorgehalten werden.

Hohe Bußgelder

Die Nichtbeachtung der Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten wird als Ordnungswidrigkeit mit bis zu 30.000 EUR geahndet.

Die Nichtzahlung oder verspätete Zahlung des Mindestlohns wird mit einem Bußgeld von bis zu 500.000 EUR geahndet.

Auftraggeber haften für ihre Subunternehmer.

Informationen

Informationsseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: www.der-mindestlohn-kommt.de

Informationsbroschüre des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Downloads

Infoblatt virtic Zeiterfassung für Mindestlohn

Gesetze

Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns (Mindestlohngesetz - MiLoG)

§ 2 Fälligkeit des Mindestlohns

(1) Der Arbeitgeber ist verpflichtet, der Arbeitnehmerin oder dem Arbeitnehmer den Mindestlohn

1. zum Zeitpunkt der vereinbarten Fälligkeit,

2. spätestens am letzten Bankarbeitstag (Frankfurt am Main) des Monats, der auf den Monat folgt, in dem die Arbeitsleistung erbracht wurde, zu zahlen.

Für den Fall, dass keine Vereinbarung über die Fälligkeit getroffen worden ist, bleibt § 614 des Bürgerlichen Gesetzbuchs unberührt.

(2) Abweichend von Absatz 1 Satz 1 sind bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die über die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinausgehenden und auf einem schriftlich vereinbarten Arbeitszeitkonto eingestellten Arbeitsstunden spätestens innerhalb von zwölf Kalendermonaten nach ihrer monatlichen Erfassung durch bezahlte Freizeitgewährung oder Zahlung des Mindestlohns auszugleichen. Im Falle der Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitgeber nicht ausgeglichene Arbeitsstunden spätestens in dem auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses folgenden Kalendermonat auszugleichen. Die auf das Arbeitszeitkonto eingestellten Arbeitsstunden dürfen monatlich jeweils 50 Prozent der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit nicht übersteigen.

§ 17 Erstellen und Bereithalten von Dokumenten

(1) Ein Arbeitgeber, der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach § 8 Absatz 1 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch oder in den in § 2a des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes [siehe unten] genannten Wirtschaftsbereichen oder Wirtschaftszweigen beschäftigt, ist verpflichtet, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit dieser Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer spätestens bis zum Ablauf des siebten auf den Tag der Arbeitsleistung folgenden Kalendertages aufzuzeichnen und diese Aufzeichnungen mindestens zwei Jahre beginnend ab dem für die Aufzeichnung maßgeblichen Zeitpunkt aufzubewahren. Satz 1 gilt entsprechend für einen Entleiher, dem ein Verleiher eine Arbeitnehmerin oder einen Arbeitnehmer oder mehrere Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer zur Arbeitsleistung in einem der in § 2a des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes genannten Wirtschaftszweige überlässt. Satz 1 gilt nicht für Beschäftigungsverhältnisse nach § 8a des Vierten Buches Sozialgesetzbuch.

(2) Arbeitgeber im Sinne des Absatzes 1 haben die für die Kontrolle der Einhaltung der Verpflichtungen nach § 20 in Verbindung mit § 2 erforderlichen Unterlagen im Inland in deutscher Sprache für die gesamte Dauer der tatsächlichen Beschäftigung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Geltungsbereich dieses Gesetzes, mindestens für die Dauer der gesamten Werk- oder Dienstleistung, insgesamt jedoch nicht länger als zwei Jahre, bereitzuhalten. Auf Verlangen der Prüfbehörde sind die Unterlagen auch am Ort der Beschäftigung bereitzuhalten.

Gesetzestext

Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung

§ 2a Mitführungs- und Vorlagepflicht von Ausweispapieren

(1) Bei der Erbringung von Dienst- oder Werkleistungen sind die in folgenden Wirtschaftsbereichen oder Wirtschaftszweigen tätigen Personen verpflichtet, ihren Personalausweis, Pass, Passersatz oder Ausweisersatz mitzuführen und den Behörden der Zollverwaltung auf Verlangen vorzulegen:

1. im Baugewerbe,

2. im Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe,

3. im Personenbeförderungsgewerbe,

4. im Speditions-, Transport- und damit verbundenen Logistikgewerbe,

5. im Schaustellergewerbe,

6. bei Unternehmen der Forstwirtschaft,

7. im Gebäudereinigungsgewerbe,

8. bei Unternehmen, die sich am Auf- und Abbau von Messen und Ausstellungen beteiligen,

9. in der Fleischwirtschaft.

Gesetzestext