Vier-Tage-Woche: Modelle, Rechtslage und Praxiserfahrungen

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Was ist die Vier-Tage-Woche?

Die Vier-Tage-Woche ist ein Arbeitszeitmodell, bei dem Mitarbeiter ihre Wochenarbeitszeit auf vier statt der üblichen fünf Werktage verteilen — und damit drei statt zwei freie Tage pro Woche haben.

Der Begriff fasst jedoch sehr unterschiedliche Modelle zusammen, die sich erheblich in ihrer Wirkung unterscheiden: Bei manchen bleibt die Gesamtarbeitszeit gleich, bei anderen wird sie reduziert — mit oder ohne Gehaltsanpassung. Diese Unterschiede sind entscheidend für die Machbarkeit in verschiedenen Branchen.

Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung (2023) wünschen sich über 80 Prozent der Vollzeitbeschäftigten in Deutschland eine Vier-Tage-Woche — allerdings mehrheitlich nur bei gleichbleibendem Gehalt. Das ifo Institut ermittelte 2024, dass bereits 11 Prozent der deutschen Arbeitgeber kürzere Arbeitszeiten ermöglichen.

Die drei Modelle der Vier-Tage-Woche

Modell 1 — Arbeitszeitverteilung (gleiches Volumen, vier Tage): Die wöchentliche Gesamtstundenzahl bleibt gleich — zum Beispiel 40 Stunden. Die Stunden werden auf vier Tage verteilt, was täglich 10 Stunden bedeutet. Das entspricht dem Belgischen Modell: kein Recht auf weniger Arbeit, nur auf eine andere Verteilung.

Modell 2 — 100-80-100 (weniger Stunden, gleiches Gehalt): Mitarbeiter arbeiten 80 Prozent der Zeit, erhalten aber 100 Prozent des Gehalts — bei der Erwartung, 100 Prozent der Leistung zu erbringen. Das ist das international bekannteste Modell, wurde in Großbritannien, Island und Deutschland erprobt und zeigt in Studien positive Ergebnisse für Wohlbefinden und Produktivität.

Modell 3 — Reduzierte Stunden und Gehalt: Vollzeit wird zur 32-Stunden-Woche, das Gehalt sinkt entsprechend. Seltener in der Praxis, eher als freiwillige Teilzeitlösung bekannt.

Rechtslage in Deutschland

Ein gesetzliches Recht auf die Vier-Tage-Woche gibt es in Deutschland nicht. Die Einführung ist eine Vereinbarungssache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer — im Einzelarbeitsvertrag, Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung.

Das Arbeitszeitgesetz setzt Grenzen:

  • § 3 ArbZG: Höchstarbeitszeit 8 Stunden täglich, im Ausnahmefall bis 10 Stunden — das begrenzt Modell 1 (Arbeitszeitverteilung): Bei 40-Stunden-Woche auf 4 Tage sind es exakt 10 Stunden — die gesetzliche Maximalgrenze
  • § 5 ArbZG: Mindestruhezeit 11 Stunden zwischen zwei Arbeitstagen — bei 10-Stunden-Tagen muss das eingehalten werden
  • § 7 ArbZG: Tarifverträge können die Tageshöchstarbeitszeit auf über 10 Stunden ausdehnen, wenn dies durch Ausgleichszeiten kompensiert wird

Ohne tarifvertragliche Öffnung ist Modell 1 mit mehr als 40 Wochenstunden nicht möglich.

Das deutsche Pilotprojekt 2024

Von Februar bis Juli 2024 testeten 50 Unternehmen aus verschiedenen Branchen in Deutschland die Vier-Tage-Woche — koordiniert von der Beratungsagentur Intraprenör, wissenschaftlich begleitet von der Universität Münster. Das Modell: 100-80-100, also gleiches Gehalt bei 80 Prozent der Arbeitszeit.

Im Beirat saßen Vertreter der IG Metall, des Arbeitgeberverbands BDA und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Auswertung zeigen Parallelen zu internationalen Studien: In den meisten Betrieben blieb die Produktivität stabil oder stieg sogar, Fehlzeiten sanken.

Vier-Tage-Woche in Büro und Dienstleistung

In wissensbasierten Berufen, Agenturen, IT-Unternehmen und Verwaltungsbetrieben lässt sich die Vier-Tage-Woche vergleichsweise einfach umsetzen: Aufgaben sind oft zeitlich flexibel, Meetings lassen sich komprimieren, und Erreichbarkeit kann durch Überlappungszeiten gesichert werden.

Für diese Betriebe bietet die Vier-Tage-Woche klare Vorteile: Mitarbeiterbindung, Recruiting-Argument bei Fachkräftemangel und — bei richtiger Umsetzung — Produktivitätssteigerung durch fokussiertes Arbeiten.

Vier-Tage-Woche im Handwerk und Bau: Besonderheiten

Im Handwerk und Bau ist die Umsetzung deutlich herausfordernder — aus strukturellen Gründen:

Kundentermine und Baustellen-Rhythmus. Handwerksbetriebe sind an Kundenwünsche und Baustellenfristen gebunden. Wenn alle Mitarbeiter montags frei haben, entstehen Lücken in der Erreichbarkeit und Projektdurchführung, die zu Kundenproblemen führen.

Mindestbesetzung. Auf Baustellen sind oft bestimmte Gewerke gleichzeitig notwendig. Fehlende Mitarbeiter an einem Tag können den ganzen Bauablauf verzögern — mit Folgekosten für den Betrieb.

Physische Arbeit. Zehn Stunden körperliche Arbeit auf der Baustelle sind deutlich belastender als zehn Stunden Büroarbeit. Modell 1 (Arbeitszeitverteilung) ist im Bau aus Arbeitsschutzgründen kritisch zu bewerten.

Mögliche Ansätze für das Handwerk:

  • Rotierende Vier-Tage-Wochen: Verschiedene Mitarbeiter haben verschiedene Tage frei — Betrieb bleibt 5 Tage besetzt
  • Saisonale Regelung: Vier-Tage-Woche in auftragsschwachen Zeiten
  • 32-Stunden-Modell mit anteiliger Gehaltsanpassung für Teilzeitinteressierte

Die Schichtplanung und Dienstplanung spielen dabei eine Schlüsselrolle — und damit auch die lückenlose Zeiterfassung.

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Häufige Fragen zur Vier-Tage-Woche

  • Ein Arbeitszeitmodell, bei dem die Wochenarbeitszeit auf vier statt fünf Tage verteilt oder reduziert wird. Es gibt verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Auswirkungen auf Stunden und Gehalt.
  • Nein — in Deutschland gibt es kein gesetzliches Recht. Die Einführung muss im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung vereinbart werden.
  • 80 Prozent der Arbeitszeit bei 100 Prozent Gehalt und 100 Prozent Leistungserwartung. Das international bekannteste Vier-Tage-Woche-Modell — auch im deutschen Pilotprojekt 2024 eingesetzt.
  • Nach ArbZG maximal 10 Stunden täglich. Bei einer 40-Stunden-Woche auf vier Tage verteilt sind das exakt 10 Stunden — die gesetzliche Obergrenze. Mehr ist nur durch Tarifvertrag möglich.
  • Kundentermine, Baustellen-Rhythmus, Mindestbesetzung und die physische Belastung durch lange Arbeitstage machen eine einfache Übertragung schwierig. Rotierende Modelle oder saisonale Regelungen sind praxisnäher.
  • 50 Unternehmen testeten das 100-80-100-Modell von Februar bis Juli 2024. Wissenschaftlich begleitet von der Universität Münster zeigten die Ergebnisse stabile oder gestiegene Produktivität bei sinkenden Fehlzeiten — analog zu internationalen Studien.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell überarbeitet. Alle rechtlichen Angaben sind anhand der jeweiligen Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen belegt; die Quellen sind im Text genannt. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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